Onsite-Suche: Wie Sie mit einem optimierten Suchformular die Conversion Rate erhöhen




In diesem Gastartikel gibt Ihnen Nico Zorn Tipps für die Optimierung der Onsite-Suche. Nico ist Mitgründer und Partner bei saphiron digital strategy consultants und beschäftigt sich seit 1999 schwerpunktmäßig mit den Themen E-Mail Marketing und Conversion Rate Optimierung.

Nutzer der Onsite-Suchfunktion haben ein konkretes Interesse, beziehungsweise eine hohe Kaufbereitschaft – laut MarketingSherpa konvertieren sie dreimal häufiger als die Nutzer, die lediglich „browsen“. Darüber hinaus liefert Ihnen die Onsite-Search jeden Tag wichtige Einblicke in die Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Besucher und Kunden.

  • Welche Themen / Produkte werden aktuell nachgefragt?
  • Steigt oder sinkt das Interesse?
  • Welche „Sprache“ spricht meine Zielgruppe?
  • Entspricht das Sortiment den Bedürfnissen der Besucher?

Nutzen Sie bereits Ihr Webanalyse-System, um Ihre Onsite-Search auszuwerten? Das Tracking lässt sich in der Regel innerhalb weniger Minuten einrichten (hier finden Sie eine Anleitung für Google Analytics).

Prüfen Sie doch anschließend, ob Sie die Conversion Rate mit den folgenden Empfehlungen für die Optimierung des Onsite-Suchformulars erhöhen können.

1. Prominente und erwartungskonforme Platzierung

Achten Sie auf eine aufmerksamkeitstarke Visualisierung und eine erwartungskonforme Platzierung der Suchbox. Nutzer erwarten das Formular im oberen Bereich, rechts oder mittig. Längere Formularfelder führen erfahrungsgemäß zu längeren – und damit präziseren – Suchanfragen.  Achten Sie zudem auf eine deutliche Abgrenzung zu anderen Formularen, wie beispielsweise dem Login-Formular.

Computeruniverse Suchformular

Mittig im oberen Bereich: Erwartungskonforme Platzierung des Suchformulars auf Computeruniverse.net.

Die Usability Agentur Eresult ermittelte in einer Studie zu Nutzererwartungen in Online-Shops (2014), dass immer mehr Besucher das Suchfeld zentral oben erwarten und auch Shops das Suchfeld dort platzieren. Noch 2012 lag die Präferenz für das Suchfeld oben rechts. Zalando hat das Suchfeld weiterhin dort. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie die Platzierung des Suchfeldes auf Ihrer Webseite in einem A/B Test verproben.

2. Eindeutige Buttonbeschriftung und -visualisierung

Beschriften Sie den Button mit dem Text „Suchen“  oder verwenden Sie ein Lupensymbol, um die Suchfunktion eindeutig zu kennzeichnen. Natürlich sind auch die Farbe und Größe des Buttons relevant: Mit der richtigen Farbwahl und einer ausreichenden Größe erleichtern Sie Ihren Besuchern das Auffinden der Suchfunktion.

Hier ein positives Beispiel von Home24.

Home24 Suchformular

Für den Suchbutton auf Home24.de wurde eine aufmerksamkeitsstarke Farbe gewählt. Die eindeutige Beschriftung und das Icon erleichtern zusätzlich das schnelle Auffinden der Suchfunktion.

Conrad.de Suche

Bei Conrad ist der Button zwar nicht sehr kontrastreich, allerdings ist das Suchfeld so lang, dass man es auf jeden Fall nicht übersehen kann.

3. Nutzung der Eingabetaste ermöglichen

Ermöglichen Sie den Besuchern, das Suchformular nicht nur mit einem Klick auf den entsprechenden Button, sondern auch mit der Eingabetaste (Return) abzuschicken.

4. Cursor automatisch im Suchformular platzieren

Setzen Sie den Cursor beim Seitenaufruf automatisch in das Suchformular, damit der Nutzer seine Suche unmittelbar starten kann und nicht erst in das Suchformular klicken muss (Anleitung).

5. Autovervollständigung integrieren

Eine „Autocomplete“ Funktion, die bereits während der Eingabe erste Suchtreffer anzeigt, beschleunigt den Suchprozess und kann fehlerhafte Eingaben (Tipp- oder Rechtschreibfehler) reduzieren.

Conrad Autovervollständigung

Die Autocomplete-Funktion auf Conrad.de zeigt während der Eingabe Suchvorschläge, Kategorievorschläge und Produktvorschläge an.

6. Text innerhalb der Suchbox nutzen

Mit Suchvorschlägen innerhalb des Formularfelds („Suchbegriff eingeben, z.B. Gartenmöbel“) können Sie gegebenenfalls die Nutzung der Suchfunktion erhöhen und Impulskäufe stimulieren. Der Text sollte allerdings automatisch gelöscht werden, sobald in das Formularfeld geklickt wird.

Eine weitere Option: Nutzen Sie den Text, um die Größe Ihres Sortiments zu kommunizieren und signalisieren Sie damit dem Besucher, dass er in dem Shop bestimmt das gewünschte Produkt findet.

Jochen Schweizer Formular

Wonach soll ich suchen? Das Suchformular von Jochen-Schweizer.de enthält Vorschläge.

Rakuten Suchformular

Der Text auf Rakuten.de signalisiert, dass sich die Suche lohnt – bei 15.8 Millionen Produkten ist sicherlich das gewünschte Produkt dabei.

Tipp: Auch der Text innerhalb der Suchbox kann getestet werden. Durch einen A/B Test finden Sie die bestmögliche Variante für Ihre Webseite.

7. Kategoriefilter anbieten

Unter Umständen – insbesondere bei einem sehr großen Sortiment – ist die Integration eines Filters in Form eines Drop Downs sinnvoll, mit dem der Nutzer gezielt eine Kategorie durchsuchen kann.

Walmart Suchformular

Der Kategoriefilter auf Walmart.com ermöglicht eine präzisere Suche.

Diese Funktion kann allerdings auch ein Usabilityproblem darstellen, da sich viele Produkte in mehrere Kategorien einordnen lassen und somit unter Umständen eine 0-Trefferseite angezeigt wird, obwohl das gesuchte Produkt tatsächlich vorhanden ist.

Mögliche Lösungsansätze sind hier die Einordnung der Produkte in mehrere Kategorien oder eine Suchergebnisseite, auf der neben der ausgewählten Kategorie (optisch getrennt) auch die Ergebnisse aus den weiteren Kategorien angezeigt werden.

Pro Tipp: Testen Sie verschiedene Suchalgorithmen im A/B Test

Wie schon besprochen wirkt sich die Nutzung der Suchfunktion positiv auf die Konversionsrate aus. Haben Sie es erst einmal geschafft Ihre Besucher zur Nutzung des Suchformulares zu bewegen, geht es darum, ihnen die bestmöglichen Resultate anzuzeigen. Dies ist eine weitere Stellschraube für die Conversion Optimierung. Doch wie kann man herausfinden, welcher Suchalgorithmus der passende für die Besucher der eigenen Webseite ist? Ein A/B Test kann bei dieser weitreichenden Entscheidung eine große Hilfe darstellen. Schauen wir uns dabei das Beispiel von Bigstock an. Die Webseite gehört zu Shutterstock und versucht es Besuchern so leicht wie möglich zu machen, das passende Stockfoto aus über 32 Mio. Einträgen zu finden.

Bigstock wollte den “fuzzy auto suggest” Algorithmus testen. Dieser erriet bei Tippfehlern das Wort, das der Nutzer eigentlich schreiben wollte (zum Beispiel das häufig falsch geschrieben Wort “calendar”). Würde dieser besser funktionieren als der “exact auto suggest” Algorithmus, der Resultate exakt wie eingegeben anzeigte? Hier der Vergleich der beiden Algorithmen:

Bigstock Formular

 

Das Ergebnis:

Besucher klickten bei Fuzzy Auto Suggest 9,6% häufiger auf die Ergebnisse als beim Exact Match Algorithmus. Bigstock konnte außerdem einen Anstieg der zum Warenkorb hinzugefügten Bilder (+6,5%) und Fotodownloads (+3,2%) feststellen. Ein großartiger Erfolg.

Möchten Sie sehen wie andere Unternehmen erfolgreich optimieren? Laden Sie sich jetzt unser Ebook zu Testing & Conversion Optimierung herunter und werden Sie selbst zum Profi!

EXO-handbook-blog-banner